Kindersicherheit

Steckdosen, Kabel, Strom: Was schützt - und was Mythos ist

Strom gehört zu den Gefahren, die im Familienalltag leicht unterschätzt werden. Er ist unsichtbar, geräuschlos und selbstverständlich vorhanden: in Steckdosen, Kabeln, Ladegeräten, Mehrfachsteckdosen, Nachtlichtern, Lampen, Wasserkochern, Föhnen, Babyphones, Spielzeugen und Küchengeräten.

Für Erwachsene ist der Umgang damit Routine. Für kleine Kinder ist Strom dagegen nicht erkennbar. Eine Steckdose sieht interessant aus. Ein Kabel wirkt wie ein Band zum Ziehen. Ein Ladekabel liegt auf Augenhöhe. Eine Mehrfachsteckdose sieht aus wie ein Spielobjekt. Und ein Gerät, das gerade nicht benutzt wird, wirkt harmlos - auch wenn es noch am Strom hängt.

Genau deshalb reicht es nicht, Kindern nur zu sagen: „Da darfst du nicht dran.“ Regeln sind wichtig, aber sie ersetzen keine sichere Umgebung. Kinder sind neugierig, schnell und kreativ. Sie testen, stecken, ziehen, drücken, schieben und klettern. Kindersicherheit bei Strom bedeutet daher: Gefahren möglichst verhindern, bevor sie zur Situation werden.

Dieser Artikel zeigt dir, was wirklich schützt, welche Mythen gefährlich sein können und wie du dein Zuhause Schritt für Schritt stromsicherer machst.

Das Wichtigste vorab

Wenn du wenig Zeit hast, beginne mit diesen Punkten:

  1. Steckdosen sichern, besonders in Räumen, in denen sich kleine Kinder aufhalten.

  2. Kabel kurz, fest und außerhalb der Reichweite verlegen. Lose Kabel sind Zieh-, Stolper- und Manipulationsrisiken.

  3. Defekte Kabel und Geräte sofort aus dem Verkehr ziehen. Nicht „noch einmal kurz“ benutzen.

  4. Mehrfachsteckdosen nicht überlasten und nicht als Dauerlösung im Kinderbereich nutzen.

  5. Elektrogeräte nach Gebrauch ausstecken und wegräumen, besonders in Küche und Bad.

  6. FI-/RCD-Schutzschalter prüfen lassen, aber nicht als alleinigen Kinderschutz verstehen.

  7. Wasser und Strom strikt trennen. Bad, Küche, Balkon und Garten besonders prüfen.

  8. Keine Elektroarbeiten selbst durchführen. Installation, Steckdosen und Schutztechnik gehören in die Hände von Fachleuten.

Merksatz: Kindersicherung, FI-Schalter, sichere Kabel und Aufsicht wirken zusammen - keine einzelne Maßnahme ersetzt alle anderen.

Warum Strom für Kinder so schwer einzuschätzen ist

Kinder lernen viele Gefahren durch Erfahrung. Eine heiße Tasse dampft. Eine scharfe Kante sieht hart aus. Eine Treppe ist sichtbar. Strom dagegen ist nicht sichtbar. Eine Steckdose sieht gleich aus, egal ob Spannung anliegt oder nicht. Ein Kabel wirkt wie ein Gegenstand, nicht wie eine mögliche Gefahr.

Dazu kommt: Kleine Kinder erkunden mit Händen und Mund. Sie stecken Gegenstände in Öffnungen, ziehen an Kabeln, drücken Knöpfe und probieren aus, was passiert. Genau diese normale Neugier macht Steckdosen, Kabel und elektrische Geräte im Haushalt relevant.

Eltern sollten deshalb nicht warten, bis ein Kind „alt genug ist, es zu verstehen“. Der Schutz muss früher beginnen - mit der Umgebung.

Mythos 1: „Mein Kind weiß, dass Steckdosen gefährlich sind.“

Das kann bei älteren Kindern teilweise stimmen. Bei Babys, Krabbelkindern und Kleinkindern reicht es nicht.

Ein Kind kann einen Satz wiederholen und trotzdem in der Situation anders handeln. Es sieht einen Gegenstand, ist neugierig, wird von Geschwistern abgelenkt oder probiert etwas aus. Gerade kleine Kinder handeln nicht zuverlässig nach abstrakten Warnungen.

Besser ist eine Kombination:

  • Steckdosen sichern,

  • gefährliche Gegenstände außer Reichweite halten,

  • klare Regeln wiederholen,

  • Kabel und Geräte so platzieren, dass sie nicht zum Spielobjekt werden,

  • Kinder altersgerecht erklären, warum Strom kein Spielzeug ist.

Gute Formulierung für Kinder:

„Strom hilft Lampen und Geräten. Aber dein Körper darf nicht mit Strom spielen. Steckdosen sind nur für Stecker von Erwachsenen.“

Kurz, klar, wiederholbar.

Mythos 2: „Steckdosensicherungen lösen das Problem vollständig.“

Steckdosensicherungen sind ein wichtiger Baustein, aber nicht die ganze Lösung. Sie sollen verhindern, dass Kinder mit Fingern oder Gegenständen an stromführende Teile gelangen. Trotzdem bleiben andere Risiken: lose Kabel, defekte Geräte, Mehrfachsteckdosen, Ladegeräte, Wasser, beschädigte Isolierungen oder Geräte, die heruntergezogen werden können.

Außerdem ist nicht jede Nachrüstlösung gleich gut. Besonders kritisch sind improvisierte, schlecht passende oder unsachgemäß montierte Lösungen. Fachlich sauber sind Steckdosen mit integriertem erhöhtem Berührungsschutz, die korrekt installiert sind. Wenn du unsicher bist, lass dich von einem Elektrofachbetrieb beraten.

Prüfe bei vorhandenen Sicherungen:

  • Sitzen sie fest?

  • Funktionieren sie noch?

  • Passen sie zur Steckdose?

  • Verhindern sie tatsächlich den direkten Zugriff?

  • Sind sie beschädigt oder locker?

  • Gibt es Steckdosenleisten, Tischsteckdosen oder Verlängerungen ohne Schutz?

Wichtig: Auch gesicherte Steckdosen sind kein Spielplatz. Halte Nägel, Schrauben, Haarnadeln, Büroklammern, dünne Stifte und ähnliche Gegenstände von kleinen Kindern fern.

Mythos 3: „Wir haben einen FI-Schalter, dann brauchen wir keine Steckdosensicherung.“

Ein FI-Schalter, auch RCD genannt, ist eine wichtige Schutzeinrichtung. Er kann bei Fehlerströmen sehr schnell abschalten und dadurch Leben retten. Gerade in Wohnungen und Häusern ist er ein zentraler Sicherheitsbaustein.

Aber: Ein FI-Schalter ersetzt keine kindersichere Umgebung. Er ist eine technische Schutzebene, keine Einladung, Steckdosen ungesichert zu lassen oder Kinder an Kabeln und Geräten spielen zu lassen.

Warum?

  • Der FI-Schalter reagiert erst, wenn ein Fehlerstrom entsteht.

  • Er verhindert nicht, dass ein Kind überhaupt an eine Gefahrenstelle gelangt.

  • Er schützt nicht vor allen denkbaren Risiken, zum Beispiel Stolpern, Herunterziehen schwerer Geräte oder Brandgefahr durch beschädigte Kabel.

  • Er ersetzt nicht die Prüfung von Steckdosen, Kabeln und Geräten.

Sinnvoll ist deshalb: FI-/RCD-Schutz durch Fachleute prüfen lassen und zusätzlich Steckdosen, Kabel und Geräte kindersicher gestalten.

Merksatz: Der FI-Schalter ist ein Rettungsnetz - aber kein Ersatz für ein Geländer.

Mythos 4: „Ein Ladegerät ohne Handy ist ungefährlich.“

Ladegeräte, die dauerhaft in der Steckdose bleiben, werden oft übersehen. Sie wirken klein und harmlos. Für Kinder können sie dennoch interessant sein: Kabel, Stecker, warmes Netzteil, leuchtende Anzeige oder ein loses Ende, das in den Mund genommen werden kann.

Sicherer ist:

  • Ladegeräte nach dem Laden ausstecken,

  • Ladekabel nicht lose auf dem Boden liegen lassen,

  • keine Ladegeräte am Kinderbett oder neben dem Wickelplatz,

  • beschädigte Kabel sofort ersetzen,

  • keine Billigprodukte ohne erkennbare Sicherheitskennzeichnung verwenden,

  • Netzteile nicht unter Kissen, Decken oder Stoffen betreiben.

Besonders kritisch sind beschädigte Ladekabel. Wenn die Isolierung gebrochen ist oder Metall sichtbar wird, gehört das Kabel entsorgt.

Mythos 5: „Kabel sind nur Stolperfallen.“

Lose Kabel sind tatsächlich Stolperfallen. Aber das ist nur ein Teil des Problems. Kinder können daran ziehen, sich darin verheddern, Geräte herunterreißen oder an beschädigten Stellen mit Strom in Kontakt kommen.

Typische Situationen:

  • Ein Kind zieht am Kabel des Wasserkochers.

  • Ein Baby greift das Kabel einer Lampe am Nachttisch.

  • Eine Mehrfachsteckdose liegt auf dem Boden.

  • Ein Ladekabel liegt neben dem Kinderbett.

  • Ein Kabel verläuft quer durch den Flur.

  • Ein Gerät fällt vom Tisch, weil das Kind am Kabel zieht.

Sinnvoll ist:

  • Kabel hinter Möbeln oder in Kabelkanälen führen,

  • Kabel nicht quer durch Laufwege legen,

  • Kabel kurz bündeln, aber nicht so eng, dass sie beschädigt werden,

  • Geräte so platzieren, dass Kabel nicht erreichbar herunterhängen,

  • Verlängerungskabel nur vorübergehend nutzen,

  • Kabel regelmäßig auf Beschädigungen prüfen.

Lose Kabel sind also nicht nur unordentlich. Sie können konkrete Unfallketten auslösen.

Mythos 6: „Mehrfachsteckdosen sind praktisch - also unproblematisch.“

Mehrfachsteckdosen sind im Alltag häufig. Kinderzimmer, Wohnzimmer, Homeoffice und Küche haben oft mehr Geräte als feste Steckdosen. Trotzdem sollten Mehrfachsteckdosen mit Kindern besonders kritisch betrachtet werden.

Risiken sind:

  • Überlastung,

  • Erwärmung,

  • Brandgefahr,

  • Stolpern,

  • Ziehen an Kabeln,

  • Spielen an Schaltern,

  • ungesicherte Steckplätze,

  • Nutzung in feuchter Umgebung,

  • Verstecken unter Teppichen oder Möbeln.

Grundregeln:

  • Keine Mehrfachsteckdosen unter Teppichen oder Decken.

  • Keine beschädigten Steckdosenleisten verwenden.

  • Keine Hochleistungsgeräte mehrfach an eine Leiste hängen.

  • Keine Leisten im direkten Kinderzugriff platzieren.

  • Keine Steckdosenleisten in feuchten Bereichen verwenden, wenn sie dafür nicht geeignet sind.

  • Steckdosenleisten mit erhöhtem Berührungsschutz bevorzugen, wenn sie in zugänglichen Bereichen liegen.

  • Verlängerungen und Leisten nicht dauerhaft als Ersatz für eine fachgerechte Elektroinstallation verwenden.

Wenn eine Steckdosenleiste warm wird, flackert, riecht, knistert oder beschädigt ist: sofort außer Betrieb nehmen.

Mythos 7: „Im Kinderzimmer gibt es kaum Stromrisiken.“

Viele Eltern denken bei Strom zuerst an Küche und Bad. Das ist richtig, aber nicht vollständig. Auch im Kinderzimmer gibt es typische Risiken:

  • Nachtlicht,

  • Babyphone,

  • Musikbox,

  • Toniebox oder ähnliche Audiogeräte,

  • Lichterkette,

  • Ladegerät,

  • Projektor,

  • elektrische Spielzeuge,

  • Heizlüfter,

  • Lampen,

  • Mehrfachsteckdose,

  • Kabel unter dem Bett,

  • Steckdosen in Bodennähe.

Besonders wichtig ist der Schlafbereich. Kabel, Ladegeräte, Lichterketten und Babyphone-Netzteile sollten nicht in Reichweite des Bettes liegen. Ein Baby oder Kleinkind darf nicht an Kabeln ziehen, sie in den Mund nehmen oder sich darin verfangen können.

Prüfe im Kinderzimmer:

  • Sind alle zugänglichen Steckdosen geschützt?

  • Liegt eine Mehrfachsteckdose auf dem Boden?

  • Hängen Kabel am Bett entlang?

  • Wird ein Nachtlicht warm?

  • Sind Geräte altersgerecht?

  • Können Lampen umfallen?

  • Gibt es lose Batteriefächer oder beschädigte Elektrospielzeuge?

Ein gemütliches Kinderzimmer braucht kein Kabelgewirr.

Mythos 8: „Wasser und Strom sind nur im Badezimmer ein Thema.“

Wasser und Strom sind eine gefährliche Kombination - nicht nur im Bad. Auch Küche, Balkon, Terrasse, Garten, Waschküche und Kinderzimmer können betroffen sein.

Typische Situationen:

  • Föhn oder Ladegerät in der Nähe von Waschbecken oder Badewanne,

  • Wasserkocher am erreichbaren Kabel,

  • Kaffeemaschine am Tischrand,

  • elektrische Geräte in der Nähe von Planschbecken,

  • Verlängerungskabel draußen bei Regen,

  • Lichterketten im Außenbereich ohne geeignete Schutzart,

  • verschüttetes Getränk neben Mehrfachsteckdose,

  • nasse Hände an Steckern oder Geräten.

Grundregel: Elektrische Geräte gehören nicht in Reichweite von Wasserstellen, wenn Kinder dort spielen, baden oder unbeaufsichtigt hinkommen könnten.

Im Bad gilt besonders:

  • Föhn, Rasierer, Ladegeräte und elektrische Zahnbürsten außer Reichweite lagern.

  • Geräte nach Gebrauch ausstecken und wegräumen.

  • Keine Geräte am Badewannenrand oder Waschbecken liegen lassen.

  • Kinder nie unbeaufsichtigt im Bad lassen.

  • Bei Unsicherheit Elektroinstallation und FI-Schutz prüfen lassen.

Mythos 9: „Defekte Kabel sieht man sofort.“

Nicht immer. Manche Schäden sind offensichtlich: gebrochene Isolierung, sichtbare Drähte, Knickstellen, Verfärbungen, Schmorgeruch oder Wackelkontakt. Andere Schäden entwickeln sich schleichend.

Achte auf:

  • brüchige oder poröse Kabel,

  • Kabelbruch an Steckern,

  • sichtbare Metalladern,

  • lockere Stecker,

  • warme Netzteile,

  • flackernde Lampen,

  • knisternde Geräusche,

  • Brandgeruch,

  • Geräte, die ungewöhnlich heiß werden,

  • Geräte, die nach einem Sturz beschädigt sein könnten.

Defekte Geräte und Kabel gehören nicht „bis zum Wochenende“ weiter benutzt. Sie gehören ausgesteckt, außer Reichweite und ersetzt oder fachgerecht geprüft.

Klebeband ist keine Reparatur für ein Stromkabel.

Mythos 10: „Ein Stromunfall ist vorbei, wenn das Kind wieder normal wirkt.“

Ein Stromunfall kann innerlich mehr bewirken, als man von außen sieht. Kleine Strommarken oder fehlende sichtbare Verletzungen schließen ernstere Folgen nicht sicher aus. Je nach Stromweg, Dauer, Spannung, Feuchtigkeit und körperlichem Zustand können Herzrhythmusstörungen, Verbrennungen oder andere Verletzungen auftreten.

Deshalb sollte nach einem Stromunfall ärztlicher Rat eingeholt werden. Bei schweren Symptomen oder Unsicherheit ist 112 richtig.

Sofort 112 rufen bei:

  • Bewusstlosigkeit,

  • Atemnot,

  • Krampfanfall,

  • Herzrasen, Brustschmerzen oder auffälligem Zustand,

  • schweren Verbrennungen,

  • Stromunfall mit Wasser,

  • Hochspannung,

  • unklarem Unfallhergang,

  • ungewöhnlicher Müdigkeit, Blässe oder Schwäche,

  • wenn das Kind am Stromleiter festhängt oder festhing.

Auch wenn dein Kind nach einem kurzen Stromkontakt wieder normal wirkt, sollte die Situation nicht einfach abgehakt werden. Hole medizinische Einschätzung ein.

Was tun bei einem Stromunfall?

Wenn du einen Stromunfall bemerkst, zählt zuerst Eigenschutz. Der Impuls, sofort zum Kind zu rennen und es wegzuziehen, ist verständlich. Aber wenn der Strom noch fließt, kannst du selbst einen Stromschlag bekommen.

Gehe so vor:

  1. Eigenschutz beachten. Berühre dein Kind nicht, solange es noch Kontakt zur Stromquelle haben könnte.

  2. Stromzufuhr unterbrechen. Sicherung ausschalten, FI betätigen oder Stecker ziehen, wenn das sicher möglich ist.

  3. Wenn Abschalten nicht möglich ist: Nur mit trockenem, nichtleitendem Gegenstand Abstand herstellen - zum Beispiel Holzstiel. Eigenschutz bleibt entscheidend.

  4. 112 rufen oder rufen lassen. Besonders bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen, Brandwunden, Stromkontakt mit Wasser oder Unsicherheit.

  5. Bewusstsein und Atmung prüfen. Reagiert das Kind? Atmet es normal?

  6. Bei Bewusstlosigkeit und normaler Atmung: stabile Seitenlage.

  7. Bei fehlender normaler Atmung: Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen und den Anweisungen der Leitstelle folgen.

  8. Brandwunden steril abdecken. Nicht mit Hausmitteln behandeln.

  9. Kind warm halten und beobachten. Bis Hilfe kommt.

Wichtig: Hochspannungsunfälle, zum Beispiel an Bahnanlagen, Oberleitungen oder Trafostationen, sind extrem gefährlich. Abstand halten, Bereich sichern lassen, 112 rufen und niemals selbst in den Gefahrenbereich gehen.

Raum-für-Raum-Check: Stromsicherheit zu Hause

Wohnzimmer

  • Sind Steckdosen geschützt?

  • Liegen Mehrfachsteckdosen auf dem Boden?

  • Hängen TV-, Lampen- oder Ladekabel erreichbar herunter?

  • Sind schwere Geräte so gesichert, dass sie nicht heruntergezogen werden können?

  • Sind Kabel hinter Möbeln oder in Kabelkanälen geführt?

Kinderzimmer

  • Sind Steckdosen gesichert?

  • Gibt es Kabel am Bett?

  • Ist das Babyphone-Kabel außer Reichweite?

  • Werden Lichterketten sicher genutzt?

  • Sind elektrische Spielzeuge unbeschädigt?

  • Liegen keine Ladegeräte frei herum?

Küche

  • Können Kinder an Wasserkocher-, Kaffee- oder Mixer-Kabel ziehen?

  • Werden Geräte nach Gebrauch ausgesteckt und weggestellt?

  • Gibt es Mehrfachsteckdosen in Wassernähe?

  • Sind Geräte außer Reichweite kleiner Kinder?

  • Sind Kabel kurz und sicher geführt?

Bad

  • Sind Föhn, Rasierer und Ladegeräte außerhalb der Reichweite?

  • Liegen keine Geräte am Waschbecken oder Badewannenrand?

  • Sind Geräte nach Gebrauch ausgesteckt?

  • Ist der FI-Schutz vorhanden und geprüft?

  • Bleiben Kinder nie unbeaufsichtigt im Bad?

Flur und Treppe

  • Liegen keine Verlängerungskabel quer durch Laufwege?

  • Sind Nachtlichter sicher und werden nicht heiß?

  • Gibt es keine losen Kabel, an denen Kinder ziehen oder stolpern können?

Garten, Balkon und Terrasse

  • Sind Außensteckdosen für außen geeignet und geschützt?

  • Werden Verlängerungskabel nicht bei Regen oder Nässe genutzt?

  • Sind Lichterketten für draußen zugelassen?

  • Gibt es keine Elektrogeräte in der Nähe von Planschbecken oder Wasserstellen?

  • Sind Kabel so verlegt, dass niemand stolpert oder daran zieht?

Was wirklich schützt: Die wichtigsten Maßnahmen

1. Steckdosen mit erhöhtem Berührungsschutz

In kinderzugänglichen Bereichen sind Steckdosen mit erhöhtem Berührungsschutz besonders sinnvoll. Idealerweise sind sie fachgerecht installiert. Wenn du nachrüstest, achte auf geprüfte, passende Produkte und sichere Montage. Bei Unsicherheit: Elektrofachbetrieb fragen.

2. FI-/RCD-Schutzschalter

Ein FI-Schalter kann Leben retten. Lass prüfen, ob die Stromkreise in eurem Zuhause über geeigneten FI-/RCD-Schutz verfügen. Besonders wichtig sind Bad, Küche, Außenbereiche und Kinderbereiche. Einbauen und Prüfen gehören zum Fachbetrieb.

3. Sichere Kabelführung

Kabel sollten nicht lose herumhängen, quer durch Laufwege liegen oder in Bettnähe erreichbar sein. Kabelkanäle, kurze Wege und sinnvolle Geräteplatzierung helfen.

4. Geräte nach Gebrauch ausstecken

Föhn, Wasserkocher, Mixer, Bügeleisen, Ladegeräte und ähnliche Geräte sollten nach Gebrauch ausgesteckt und außer Reichweite verstaut werden.

5. Regelmäßige Sichtprüfung

Nimm defekte Kabel, beschädigte Stecker, heiße Netzteile oder flackernde Geräte ernst. Wegwerfen, ersetzen oder prüfen lassen.

6. Aufsicht und Regeln

Technik schützt, aber Elternregeln bleiben wichtig: Steckdosen sind kein Spielzeug. Kabel werden nicht gezogen. Elektrogeräte benutzt ein Kind nur mit Erwachsenen.

Was trügerisch ist

Trügerisch sind vor allem Sätze wie:

  • „Da kommt es nicht ran.“

  • „Das Kabel liegt nur kurz da.“

  • „Der Föhn ist ja ausgeschaltet.“

  • „Das Ladegerät ist doch leer.“

  • „Der FI wird schon auslösen.“

  • „Die Steckdose ist hinter dem Sofa, da passiert nichts.“

  • „Das Gerät funktioniert noch, obwohl das Kabel etwas kaputt ist.“

Viele Unfälle entstehen nicht, weil Eltern nichts wissen, sondern weil etwas im Alltag zur Gewohnheit wird. Genau deshalb hilft ein regelmäßiger Sicherheitsrundgang.

Kurze Checkliste für Eltern

  • Alle erreichbaren Steckdosen geprüft und gesichert

  • Steckdosenleisten mit erhöhtem Berührungsschutz, wenn zugänglich

  • Keine Mehrfachsteckdosen im Spielbereich auf dem Boden

  • Keine Kabel am Kinderbett

  • Babyphone-Kabel außer Reichweite

  • Ladegeräte nach Gebrauch ausgesteckt

  • Keine beschädigten Kabel im Einsatz

  • Keine Elektrogeräte in Wassernähe

  • Föhn und Rasierer nach Gebrauch weggeräumt

  • Wasserkocher- und Gerätekabel in der Küche außer Reichweite

  • FI-/RCD-Schutz durch Fachbetrieb prüfen lassen

  • Kinder altersgerecht über Stromregeln informieren

  • Bei Stromunfall: erst Strom unterbrechen, nicht direkt anfassen, 112 bei Warnzeichen oder Unsicherheit

Diese Liste muss nicht perfekt an einem Abend erledigt werden. Beginne mit den Bereichen, in denen dein Kind spielt, schläft, isst und badet.

Tieferes Wissen & Vorlagen

Wenn du dein Zuhause Raum für Raum auf Stromrisiken und andere typische Gefahren prüfen möchtest, kannst du unsere Sicherheits-Checkliste für Zuhause herunterladen. Sie hilft dir, Steckdosen, Kabel, Möbel, Fenster, Küche, Bad und Kinderzimmer strukturiert durchzugehen.

Im Kurs „Kindersicherheit zu Hause“ zeigen wir dir außerdem, wie du Risiken nach Alter und Entwicklung deines Kindes erkennst - ruhig, praktisch und ohne Panikmache.

Für Notfallsituationen wie Stromunfall, Sturz, Verschlucken oder Vergiftung findest du im Kurs „Erste Hilfe am Kind“ die wichtigsten Abläufe Schritt für Schritt erklärt.

Quellen & fachliche Grundlage

Für diesen Artikel wurden insbesondere folgende seriöse Informationsquellen berücksichtigt:

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung / kindergesundheit-info.de: Kindersicherheit zu Hause; Erste Hilfe bei Stromunfällen

  • Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V.: Sicherheitstipps zu Strom und Elektrogeräten; Informationen zu FI-Schaltern

  • VDE Verbraucherschutz: Kinder und Elektrizität; Hinweise zu Steckdosenschutz und sicherer Elektroinstallation

  • Familienportal NRW: Kindersicheres Zuhause, Stromleitungen, Steckdosen und Kabel

  • Deutsches Rotes Kreuz e. V.: Erste Hilfe bei Stromschlag

  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e. V.: Elektrounfälle bei Kindern

  • Aktion Das sichere Haus e. V.: Hinweise zu Steckdosen und Kindersicherung

Stand: Mai 2026